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Else Ury
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Else Ury         Chronik

1828Großvater Levin Elias Ury, Kaufmann aus Tangermünde, bekommt das Stadtbürgerrecht in Berlin
1. November 1877Else Ury, Tochter jüdischer Eltern wird in Berlin-Mitte, Nähe Alexanderplatz,
in der Heilig-Geiststraße geboren.

Mutter: Franziska Ury (geb. Schlesinger), (1847 - 1940);
Vater: Emil Ury (1835 - 1920), Tabakfabrikant;
Bruder Ludwig: später Rechtsanwalt (1870 - 1963);
Bruder Hans: später Arzt (1873 - 1937);
Schwester Käthe: später Lehrerin (1881 - 1943)
April 1884Schulanfang für Else Ury in der Königlichen Luisenschule
(Lyzeum in West - Berlin, wo gegen Schulgeld, junge Mädchen der feinen Gesellschaft unterrichtet wurden)
1894Schulabschluß nach der Selecta (10. Klasse)
1900wahrscheinlich erste Veröffentlichungen von Artikeln in der Wochenendbeilage der Vossischen Zeitung unter Pseudonym
1905Else Urys erstes Buch Was das Sonntagskind erlauscht erscheint beim Globus Verlag Berlin (Erzählungen und Märchen für Kinder von 6 - 9 Jahren)
1906Studierte Mädel, eine Erzählung für junge Mädchen erscheint bei
Union Deutsche Verlagsgesellschaft
1908Goldblondchen, Märchen und Erzählungen für Kinder von 7 - 11 Jahren, wird bei Meidinger's Jugendschriften Verlag, Berlin, veröffentlicht
1909Else Ury schreibt Geschichten für die Mädchen - Zeitschrift "Das Kränzchen";
Vierzehn Jahr und sieben Wochen erscheint hier als Fortsetzungsgeschichte
1910bei Meidinger erscheinen Baumeisters Rangen und Babys erstes Geschichtenbuch
1913Goldblondchen wird von der Jugendschriftenwarte als lesenswert für die dritte Klasse empfohlen;
Kommerzienrats Olly erscheint
1914als Fortsetzungsgeschichten in der Kränzchen - Bibliothek werden
Das graue Haus und Dornröschen veröffentlicht;
das Buch Huschelchen und andere Schulmädelgeschichten erscheint;
Beginn des ersten Weltkrieges
1914 - 1918Else Ury schreibt an der Nesthäkchen - Reihe und veröffentlicht den Kriegsroman Lieb' Heimatland im Kränzchen
1918Geburt Klaus Heymanns, Sohn von Schwester Käthe;
die ersten Bände von Nesthäkchen erscheinen (lt. A. Klotz evtl. auch schon früher ??);
Veröffentlichung von Lotte Naseweis und andere Schulmädelgeschichten und
Das Ratstöchterlein von Rothenburg
;
Ende des ersten Weltkrieges
1920Vater Emil stirbt im Januar
1921im Kränzchen erscheint Lilli Liliput als Fortsetzungsgeschichte
1918 - 1925alle Nesthäkchen erscheinen nacheinander
1923Else Ury arbeitet an einer neuen Serie: Professors Zwillinge
1924Jungmädelgeschichten wird veröffentlicht
1926Else Ury kauft das "Haus Nesthäkchen" in Krummhübel;
im Radio werden Geschichten von ihr vorgelesen
1927Professors Zwillinge in Italien erscheint und Else Ury fährt wahrscheinlich mit ihrem Bruder Hans nach Italien
1928die restlichen Professors Zwillinge Bände werden veröffentlicht:
Professors Zwillinge in der Waldschule,
Professors Zwillinge im Sternenhaus und
Professors Zwillinge. Von der Schulbank ins Leben
1929 - 1932Else Ury beantwortet im Meidinger Kinder Kalender die Nesthäkchen - Post;
weitere Kinderbücher erscheinen;
Bruder Ludwig verliert seine Ehefrau und Tochter und zieht mit Else Ury, der Mutter und der Pflegerin und Bruder Hans zum Kaiserdamm 24 in eine neun - Zimmer - Wohnung
193330. Jan. - Machtergreifung durch die Nationalsozialisten;
27. Febr. - Reichtstagsbrand;
1. Apr. - Boykott jüdischer Geschäfte;
7. Apr. - Juden werden vom Beamtenstatus ausgeschlossen;
22. Apr. - jüdischen Ärzten wird die Kassenzulassung entzogen;
Else Urys letztes Buch erscheint: Jugend voraus
1934Dez. - jüdische Rechtsanwälte, ausgenommen ehemalige Frontkämpfer, müssen sich Konsulenten nennen
1935der Reichsverband jüdischer Kultur wird gegründet;
6. März - Else Ury wird aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen
und hat damit Schreibverbot;
15. Sept.- Schwager Heymann wird amtsentlassen und
Tochter Ilse Heymann emigriert im Herbst nach Palästina
1936die Juden unerwünscht - Schilder werden wegen der Olympiade aus Berlin entfernt;
Neffe Klaus Heymann macht Abitur und geht ins Exil nach London
1937im Sommer begeht Bruder Hans Selbstmord;
erfolglose Versuche, Else Urys die Übersetzungen der Märchen nach England zu verkaufen
1938März - Kultstätten der Juden wird der staatliche Schutz entzogen;
Apr. - jüdisches Vermögen muss registriert sein;
Juni - Verhaftung von 1500 Juden in Berlin;
Juli - alle jüdischen Rechtsanwälte verlieren ihre Praxis;
Aug. - Einführung von Zwangsvornamen Sara und Israel:
Else Ury muss sich jetzt 'Else Sara Ury' nennen;
Sept. - alle jüdischen Rechtsanwälte sind nur noch Konsulenten;
Okt. - in alle jüdischen Reisepässe wird ein "J" gestempelt;
Nov. - Progromnacht;
Else Ury besucht im April ihre Neffen Klaus Heymann und Fritz Ury in London;
im September verliert Bruder Ludwig seine Rechtsanwalts - Praxis
193917. Jan. - Aufhebung des Mieterschutzes für Juden;
24. Febr. - Ablieferungspflicht für Juwelen;
30. Apr. - Schaffung von Judenhäusern;
1. Sept. - Beginn des zweiten Weltkrieges;
20. Sept. - Juden wird verboten ein Radio zu besitzen;
im März emigriert die Familie ihrer Schwester Käthe nach Amsterdam,
der Bruder Ludwig nach London;
im August reist Else Ury zum letzten Mal ins Nesthäkchen Haus nach Krummhübel;
Umzug in die Solinger Straße 10
1940Telefonanschlüsse und Kleiderkarten werden den Juden entzogen;
Einkaufszeiten und Geschäfte werden vorgeschrieben;
Ausgehverbot für Juden nach 20 Uhr;
Lebensmittelmarken werden weiter gekürzt;
die Mutter stirbt im April mit 93 Jahren;
Else Ury kann den letzten Brief an Klaus Heymann nach London schicken
1941Sept. - Zwang zum Tragen des Judensterns;
Juden haben kein Recht auf einen Sitzplatz in öffentlichen Verkehrsmitteln,
Okt. - Beginn der Massendeportationen aus Berlin;
Haus Nesthäkchen wird im April beschlagnahmt,
Else Ury muss eine Vermögenserklärung abgeben;
im Juli geht ein letzter Brief an Bruder Ludwig über das Rote Kreuz
1942Jan. - Wannsee - Konferenz über die systematische Vernichtung aller europäischen Juden;
die SS macht Jagd auf jeden Juden Berlins;
29. Sept. - Schwester und Schwager bekommen eine letzte Nachricht über Else Ury nach Amsterdam;
sie schreibt ihr Testament und hinterlegt es bei Dr. Kurt Landsberger
19436. Jan. - Else Ury wird zur Deportationssammelstelle in der Großen Hamburger Straße 26 gebracht;
11. Jan. - sie bekommt die Verfügung über die Einziehung ihres Vermögens zu Gunsten des Deutschen Reiches;
12. Jan. - Else Ury wird mit der Nummer 638 mit der "Welle XL" nach Auschwitz deportiert;
13. Jan. - gemeinsam mit 108 Deportierten wird Else Ury direkt von der Rampe aus in die Gaskammer getrieben und ermordet!
 Quellenangabe:
Marianne Brentzel, Nesthäkchen kommt ins KZ, Eine Annäherung an Else Ury 1877-1943, Die Frau in der Gesellschaft,
Fischer Taschenbuch Verlag, 16.-18. Tausend, Juni 1998


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